Das besondere Portrait: Ingrid Jentjens

Dass Computer oder gar das Internet einmal mein Steckenpferd werden könnten, war zur Zeit meiner Berufswahl vollkommen unabsehbar. Das Internet in seiner heutigen Form musste erst erfunden werden, Computer waren etwas womit sich nerdige Jungs befassten, aber keine coolen, politisch engagierten Mädchen. Ich habe lange Zeit ein „weiche von mir, Satan“ gezischt, wenn mir jemand von Computern erzählte.

Mit Anfang 20 hatte ich meine kleine politische Karriere hinter mir gelassen und arbeitete als selbstständige Vermögensberaterin in einem Gemeinschaftsbüro in Kaiserslautern… meiner Heimatstadt. Das Finanzthema hat mich sehr interessiert und es war quasi meine erste Erfahrung damit, dass ich vollkommen anders lerne, wenn ich für ein Thema brenne. Im Gegensatz zum Zwangslernen in der Schule wollte ich Tag und Nacht Informationen sammeln, aufsaugen und in der Realität etwas damit tun.

Das war Ende der 80er und an Internet oder Google war damals noch nicht zu denken. Zu dieser Zeit bekamen wir im Gemeinschaftsbüro einen PC, mit einem Betriebssystem, welches heute gar nicht mehr existiert und dieser PC nahm 1x am Tag automatisiert eine Datenverbindung zum Mutterkonzern auf, um Aktualisierungen einzuspielen. Das war damals pure Science Fiction für mich, aber ich musste mich wohl oder übel mit dem Ding auseinandersetzen. An dieser Stelle könnte man schreiben „der Rest ist Geschichte“, 🙂 denn als ich einmal begriffen hatte, dass Computer nicht nur Spielzeuge, sondern vor allem ziemlich universelle Werkzeuge sind, war ich nicht mehr aufzuhalten.

In den 90ern war aus meinem Hobby eine Leidenschaft geworden und mir wurde klar, dass ich auch im Computerbereich und im sich gerade entwickelnden Onlinebereich arbeiten wollte. Ich hatte eine Weile über ein Studium nachgedacht, aber die Studiengänge, die es heute im Medienbereich gibt, existierten noch nicht und die pure Informatik interessierte mich herzlich wenig.

Im damals strukturschwachen Kaiserslautern mit Uni-Standort für Informatik gab es zwischen Studentenjob und Hochglanzagentur keine Arbeit und so habe ich mich in den Großraum Köln orientiert und bin umgezogen. Nach circa 5 Jahren im Angestelltenverhältnis habe ich mich wieder selbstständig gemacht und bin es bis heute.

Zunächst habe ich vor allem PC-Service (Hardware, Software, Support) angeboten und arbeitete noch auf Rechnung für meinen alten Arbeitgeber. Später kamen – mit der Gründung einer GbR – die ersten Internetseiten und Schulungen dazu. Kürzlich habe ich meine allererste, selbst erstellte Internetseite wieder ausgegraben… sie stammt aus dem Jahr 2001. Das hat mich selbst erstaunt. LoL

Seit 2008 bin ich wieder als Einzelunternehmerin unterwegs. Ich konzentriere mich auf die Erstellung von Internetseiten, Suchmaschinenoptimierung und Internetmarketing für Kunden und eigene Projekte. Ich arbeite am liebsten mit kleinen bis mittleren Unternehmen und mein Ziel ist immer eine lange Zusammenarbeit, um an Online-Strategien mitzuwirken und auch an deren unternehmerischem Erfolg teilhaben zu können.

Auch wenn sich in meiner Arbeit sehr viel um Kreativität dreht (Webseiten, Fotografie, Video, Gestaltung von Online- und Printmedien, etc.), begreife ich mich nicht als Designerin. Ich bin eine Handwerkerin, eine Netzwerkerin, eine Ideenfinderin und eine Ideenumsetzerin.

In eine Großfamilie und christliche Gemeinschaft hinein geboren, wurde mir der Umgang mit Menschen quasi in die Wiege gelegt. Einige Schicksalsschläge haben mich bereits in meiner frühen Kindheit dazu gebracht, mich auf selbständige und eigenverantwortliche Füße zu stellen. Trotz aller Widrigkeiten und unmenschlichen Erfahrungen  hatte ich stets ein großes Interesse daran, mich mit  meinen Mitmenschen und meinem sozialen Umfeld auseinanderzusetzen. Positive innere Bilder konnte ich entstehen lassen und habe daraus Kraft und Mut geschöpft.

Mit 17 Jahren spielte ich bereits seit einigen Jahren erfolgreich Basketball und stand Modell für Katalogwerbung im Bereich Strumpfhosen. Nach der Pflichtschulzeit begann ich eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, die ich wegen eines folgeschweren Unfalls abbrechen musste. Ebenfalls konnte ich kein Basketball mehr spielen und auch das Modellstehen musste ich aufhören.

Belohnt für all die Verzichte, fühlte ich mich durch die Geburten meiner 5 Kinder. Ein Geschenk, welches für mich noch heute den größten Reichtum bedeutet. Während der Jahre als Mutter habe ich in Teilzeit vor allem in Kindergärten als pädagogische Ersatzkraft gearbeitet und so die pädagogische Arbeit mit Kindern kennen gelernt. Das kunst-, musik- und theaterpädagogische Arbeiten war mir in besonderer Weise immer sehr wichtig und es zeichnete mich in meiner Arbeit aus. Ein paar Jahre arbeitete ich im Geburtshaus „Die Oase“ in Wuppertal als gute Fee des Hauses. Dort war ich für die administrativen Aufgaben zuständig und durfte auch hier viele hilfreiche Erfahrungen für mein weiteres Leben sammeln.

Mit 34 Jahren habe ich dann die Ausbildung zur Erzieherin absolviert, um mich in der Arbeit mit Kindern auf professionelle Füße zu stellen. Während meiner Ausbildung bin ich zu einer Müttergenesungskur gefahren. Dort habe ich angefangen meine Schicksalsschläge mittels der Malerei zu verarbeiten. Die Malerei diente mir in den Folgejahren bis heute stets als Ausdrucksmittel für meine Gefühlswelt, meine Eindrücke und Erlebnisse. Das außergewöhnliche Erleben von Farben wenn ich z.B. Töne gehört habe oder einen Raum betrat hat mich immer begleitet und meine Welt um ein vielfaches bereichert. Heute weiß ich, dass ich Synästhetikerin bin 🙂 .

Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin, habe ich an einer freien Kunstakademie den Beruf der bildenden Künstlerin erlernt und noch während der Ausbildung die Kunstwerkstatt „Rhythm&Arts, Werkstatt für Tanz, Theater, Kunst und Musik“ als nebenberufliche Selbstständigkeit gegründet. Hauptberuflich habe ich schnell leitende Positionen übernommen und dadurch weitere wertvolle Erfahrungen gesammelt. Tolle Jobs als bildende Künstlerin, der Verkauf meiner Bilder, Auftragsarbeiten, die Kurse in meinem Atelier und die pädagogische Arbeit mit Kindern trieben mich immer weiter vorwärts, sodass ich entschied meine erlernten Berufe unter einem Dach zu vereinen und mich ganz auf selbständige Füße zu stellen. Ich gründete mit meiner Tochter zusammen „Ein Haus für Kinder“, in dem wir am Vormittag U3 Kinder betreuen und am Nachmittag Kunstkurse anbieten.

In diesem Jahr habe ich nach vier langen und anstrengenden Jahren mein Studium zur Kunsttherapeutin beendet. Ich arbeite in diesem Bereich bereits mit Kindern und Senioren und freue mich, auch diesen Beruf in unserem kleinen Unternehmen ausüben zu können.

Ich hatte großes Glück in meinem Leben…
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Familie geboren zu sein, sodass ich große Freiheit hatte mein Leben so zu leben wie ich es lebe, sowohl beruflich wie auch privat.
Mein beruflicher Werdegang hat sich schon früh abgezeichnet, beide Elternteile sind Heilpraktiker, mein Opa war Arzt, und wir hatten die Praxis im Haus. So wurde ich mit Medizin groß und hatte von klein auf Interesse daran.

Da man ja die Heilpraktiker-Prüfung erst mit 25 Jahren machen kann, stellte sich die Frage – was mache ich, nach dem Fachabitur für Sozialpädagogik vor der Ausbildung zur Heilpraktikerin? Eventuell Arzthelferin, war eine Idee……. Nachdem meine Mutter mit einem älteren Arzt telefoniert hatte, um für mich nach einem Ausbildungsplatz zu fragen, sagte er:“ Warum macht ihre Tochter keine Krankenpflegeausbildung, da kann sie dann später mehr mit anfangen“. Das war eine gute Idee!

Gesagt-getan:
Es kam die Zusage für einen Ausbildungsplatz vom Marien-Hospital in Düsseldorf. Dort genoss ich eine ausgesprochen gute Ausbildung, auch mit Einsatz auf der Intensivstation, und ich schloss die Ausbildung als Beste ab.

Danach arbeitete ich viele Jahre in Remscheid-Lennep und Köln auf Intensivstationen und in der Anästhesie, und absolvierte eine weitere Ausbildung in diesem Bereich.

Dann kam der Zeitpunkt, und ich ging zur Heilpraktikerschule, denn das war ja von klein auf mein Traumberuf: Heilpraktikerin!!!!!
Am 15.09.1999 bestand ich die Prüfung zur Heilpraktikerin am Gesundheitsamt Köln.
Die vorhergehenden Qualifikationen im Gesundheitswesen waren sehr hilfreich auf diesem Weg, des medizinischen Wissens halber, aber auch der Umgang mit kranken Menschen.

Die Wissbegierde ist bis heute geblieben.
Ich habe überlegt, wo ich mich in unserer Praxis platzieren kann, denn meine Eltern arbeiten nach wie vor mit in der Praxis. Ich brauchte etwas Eigenes, das nur ich in der Praxis anbiete. Und so kamen 2002 die Osteopathie und 2010 Ortho-Bionomy® in mein Leben. Das heißt, die Arbeit am und mit dem Bewegungsapparat ist zu meiner Passion geworden.

Ich liebe diesen Beruf, weil er sehr vielfältig ist und es im Bereich der Naturheilkunde auch immer wieder neue Erkenntnisse gibt.
Ich könnte jetzt noch Stunden weiterschreiben …..

…warum bin ich Innenarchitektin?

Schon als Kind habe ich mit Legosteinen Zimmer und Häuser gebaut, leider fehlten mir da immer schon Steine für meine Ideen.

Als mir dann in der Oberstufe meine Kunstlehrerin Frau Rust mit Ihren silbrig-grünen Haaren empfahl, mich mal nach Innen- architektur zu erkundigen, war alles klar.

Praktikum gemacht bei Architekt Arns hier in Remscheid, studiert -etwas zu lange nach dem Empfinden meines Vaters-, dann erstmal in der Zeitarbeit als Personal – Sachbearbeiterin in Krefeld gearbeitet, bevor ich bei einem Messebauer (bei dem ich gelernt habe, wie man es NICHT machen sollte) Arbeit fand, weil ich die Eintragung in die Architektenkammer haben wollte.

Als dann eines Tages ein netter, junger Mann anfing dort für seine Umschulung zu arbeiten, war auch das klar…

Als die Firma, bei der wir angestellt waren, Pleite ging – was abzusehen war -, haben wir uns gesagt: „…das können wir auch alleine“ und haben angefangen, vor genau 30 Jahren !! mit nichts als Schulden !!

…warum bin ich Messebauerin?

Als Kind einer Unternehmer-,  Architekten- + Ingenieursfamilie hatte ich durch die Gene gar keine Chance etwas anderes zu werden.

Wir gründeten zuerst die Planungsfirma und hofften mit fremden Messebauern unsere Ideen zu verwirklichen, was nicht funktionierte und so fingen wir an, eigenes Material zu kaufen.

Wenn man einmal anfängt Material zu kaufen, fehlt immer irgendetwas und so wuchs der Materialbestand und der Maschinen Park so an, dass wir vor 3 Jahren eine Halle bauen mussten. Kommt uns gerne in Hückeswagen besuchen

…warum bin ich im Direktvertrieb?

Ganz einfache Antwort: …ich habe immer schon gerne gezündelt…und zum Ausgleich…

Viele Menschen würden gerne wissen, wie man dazu kommt den Beruf des Heilpraktikers zu erlernen. Meine Geschichte ist nicht unbedingt typisch für den Werdegang, aber vielleicht trotzdem interessant.

Schon als kleines Mädchen hat mich die Medizin interessiert, und so mussten meine Puppen und Teddybären als Patienten herhalten, denen ich dann Medizin verabreichte und Verbände legte.

So sollte man meinen, als nach abgeschlossener Realschule und höherer Handelsschule die Berufswahl anstand, der Weg in einen medizinischen Beruf wäre vorgezeichnet gewesen. Aber der Vater wollte seine Tochter gerne in einem kaufmännischen Beruf sehen, und so machte ich eine Ausbildung zur Bankangestellten.

Das Schicksal hält aber ja immer seine kleinen Überraschungen bereit. Der Vater meines Freundes war Arzt und beschäftigte sich sehr intensiv mit Naturheilverfahren. Immer wenn ich in seinem Hause zu Gast war, wurde über alte bewährte Methoden in der Medizin, über neueste Forschungsergebnisse, aber auch über Problematiken zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin gesprochen. So wuchs ich regelrecht in das Thema hinein.

Der Freund wurde mein Mann, unsere Töchter Anja und Petra wurden geboren.
Das Interesse an der Naturheilkunde blieb unvermindert bestehen. Als mein Mann sich dann entschlossen hatte, vom Beruf des Dipl. Wirtschaftsingenieurs zum Heilpraktiker zu wechseln, gab es für mich kein Halten mehr, und ich lernte fleißig mit und erhielt im Jahre 1971 die Zulassung zum Heilpraktiker. Das ist jetzt 48 Jahre her, und der Beruf hat für mich nichts von seiner Faszination verloren. Immer noch ist meine liebste Lektüre die der Medizin. Vor allen Dingen das Immunsystem mit allen seinen Facetten hat es mir angetan.

Ich freue mich sehr, dass ich mit meinen 76 Jahren immer noch in unserer Gemeinschaftspraxis arbeiten kann. Jeder neue Patient ist ein Individuum und eine kleine Herausforderung. Ihm helfen zu können, mein größtes Anliegen und eine große Freude, wenn es ihm besser geht.

Das war meine kleine Geschichte zum Werdegang eines Heilpraktikers.

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