Das besondere Portrait: Susanne Freidhof

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und aufgrund von Corona konnten wir Weiber uns nicht oft sehen. Wir haben versucht, uns die lange Zeit ohne Treffen hier und da mit Online-Meetings zu verkürzen. Aber so richtig dasselbe wie echte Treffen ist das dann doch nicht. Sogar unsere traditionelle Weihnachtsfeier muss dieses Jahr online stattfinden. Ich hab kurz überlegt, ob ich in den letzten Satz ein „leider“ einfügen sollte, dass unsere Weihnachtsfeier „leider“ online stattfinden muss… aber ich habe mich dagegen entschieden. Eigentlich bin ich ziemlich froh, dass wir uns überhaupt sehen können… dass es diese leicht zugänglichen technischen Möglichkeiten überhaupt gibt, mit denen man die Gemeinschaft pflegen kann.

Weil wir im alten Jahr noch etwas gemeinsam machen wollten, haben wir entschieden, einen Adventskalender ins Netz zu stellen. Jeden Tag öffnet sich ein Türchen, und dieser Blogpost verlängert sich um einen neuen Eintrag. Vierundzwanzig Beiträge so verschieden und vielfältig wie wir Weiber… mal lustig, mal praktisch, mal besinnlich.

Wir wünschen euch allen eine besinnliche Adventszeit und hoffen, dass ihr alle gesund bleibt.

Da so früh im Dezember die Weihnachtsbäckerei bestimmt noch nicht abgeschlossen ist, beginnen wir mit einem Rezept für leckere Zimtsterne…

Pop-Up Adventskranz

1. Zwei mal DIY festes Motivpapier oder selbst bemaltes festes Papier in 21x21cm zuschneiden
2. Beide Teile, wie in der Abbildung gezeigt, abmessen, falten und schneiden
3. Den Deckel (6,9/7,2/6,9cm) an den markierten Flächen mit Kleber bestreichen und miteinander verkleben
4. Streichholzschachtel und Teelichter verschönern
5. Doppelklebeband im Durchmesser vom Teelicht zuschneiden und Teelichter befestigen.
Achtung! Nicht zu nah an die Mitte heran kleben
6. Das Innenleben vom Adventskranz mit Streichholzschachtel und Deko ausgestalten

Materialliste:
Doppelklebeband
Kleber
Schere
4 Teelichter
Streichholzschachtel
DIY Motivpapier oder selbst bemaltes festes Papier
Streumaterial wie Sternchen, Glitzer usw.

Die Morgenstimmung im Wald, der leichte Dunst, die Ausblicke auf ferne Bergrücken, das alles mischt sich mit einer inneren Weite. Ausgestreckt liegt der Tag vor mir.

(Christian Sauer, *1963, dt. Journalist, Autor, Coach)
(Foto Credit: Lucas Valtl)

Märchen vom Auszug aller „Ausländer“

(Ein Märchen von Helmut Wöllenstein)

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los kommt, wir gehen.“ „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: ‚Ausländer raus‘!“

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht’s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen … Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! – Aber die VW’s und BMW’s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

Nur eines wollte nicht in das Bild passen: das Kind in der Krippe, sowie Maria und Josef waren geblieben. – Ausgerechnet drei Juden! Wir bleiben, hatte Maria gesagt, denn wenn wir aus diesem Land gehen, wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen – zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit?

Habt ihr gewusst wo der „Nikolaustag“ herkommt?
Wir wünschen uns allen einen schönen 2. Advent und einen wundertollen Nikolaustag!

 

Ein leckeres Lieblings-Weihnachtsplätzchen-Rezept:
Mandelplätzchen

Die Rilke-Liebhaberinnen sind zahlreich in der WW 🙂

 

Ein Blick über den Tellerrand schadet nie… auch nicht, wenn es der Weihnachtsteller ist.

Eine schöne Weihnachtsstern-Bastelanleitung…

Bedenke, ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht, um aufzugeben.

(Augustinus von Hippo, 345-430 n.Chr.)

(Foto Credit: Lucas Valtl)

Habt alle einen bezaubernden & geruhsamen Adventssonntag…

Bastelanleitung: Teekanne als Geschenkverpackung

1. Vorlage ausdrucken
2. Vorlage mit Klebestift auf Tonkarton kleben, dann ausschneiden
3. Fertige Schablone auf DIY Motivpapier oder selbst bemaltem festen Papier legen und abzeichnen
4. Teekanne ausschneiden, Loch im Deckel mit einem Locher ausstanzen
5. An den Falzkanten entlang falten, die Seitenlaschen nach innen hin festkleben, trocknen lassen
6. Fünf bis sechs Teebeutel hineingeben
7. Nach Herzenslust dekorieren

Materialliste:
Teebeutel
Tonpappe oder festes Papier
Schere und Locher
Kleber
Festes DIY Motivpapier
oder selbst bemaler Tonkarton
Deko wie Christbaumkugeln, Bänder, Sterne usw.

Die Vorlage zum Ausdrucken kannst du dir hier als PDF herunterladen.

Lockdown und noch nicht alle Geschenke gekauft?
Noch keinen Baum?
Nicht alle Kugeln am Baum? 😉
Einfach ruhig bleiben… das wird schon! 🙂

Mit dieser wunderbaren kleinen Geschichte wünschen wir euch einen ebenso wunderbaren 4. Advent…

Wir Weiber wünschen euch und uns geruhsame und fröhliche Weihnachtstage, tankt eure Akkus auf im Kreise eurer Lieben und bleibt gesund!

Geboren und aufgewachsen bin ich mit drei Geschwistern in São Paulo, Brasilien. Mein älterer Bruder war in seiner Schullaufbahn ein „richtiger Junge“, der in seiner Freizeit allerlei mit seiner Intelligenz anzustellen wusste, für jeglichen schulischen Lernstoff aber recht wenig übrig hatte.

In meiner älteren Schwester  sah meine Mutter schon immer eine Begabung für das Praktische und Künstlerische und schickte sie auf die Rudolf Steiner Schule.

Mir blieb dann die Rolle des „Lernkinds“ zu übernehmen. Diese Erwartung erfüllte ich mit Abschluss der Abiturprüfung an der deutschen Schule São Paulo und anschließend bestandener Aufnahmeprüfung an der medizinischen Fakultät für den vierjährigen Studiengang der Logopädie. Die medizinischen Fächer, aber auch pädagogischen Ansätze und die Möglichkeit sowohl mit Kindern, als auch mit Erwachsenen in vielen Bereichen arbeiten zu können, faszinierten mich.

Ich hatte schon immer im Schulchor gesungen und derzeit Gesangsunterricht,  was sich sehr gut mit den Kursen für Stimmtherapie ergänzte.

Für die Bereiche Lese- Rechtschreibschwäche, Kognition und Audition fing ich an Therapiematerial zu entwickeln und auch zu fertigen. Arbeiten mit Holz und Stoff waren bei mir immer schon eine angenehme Freizeitbeschäftigung gewesen.

Diese künstlerisch-handwerkliche Ader der Familie ( mein Großvater war Goldschmied )  setzte sich schließlich in meinem zweiten Berufsleben durch.

Die wirtschaftliche Situation in Brasilien Ende der Achtziger Jahre, mit satten 30% Inflation im Monat,  bewog uns nach der Heirat unsere sieben Sachen zu packen, und die Familie in Deutschland zu gründen.

Im Jahr 2001 folgte dann ein dreijähriger Aufenthalt in USA, Michigan. Dort wurden wir als „aliens“ geführt, das heißt in der Praxis: ich hatte keine Arbeitsgenehmigung. Saginaw war eine „one horse town“, hatte weder Universität noch Fachschulen zur Weiterbildung, aber doch einige Stoffgeschäfte.

Nun blieb mir viel Zeit mich meinem Hobby zu widmen. Das Patchworken und Quilten ist in USA eine Millionenindustrie und so frönte ich dem Zerschneiden und Zusammensetzen der kleinsten Stoffstückchen und stürzte mich auf immer neue Ideen und Techniken, die ich mir überwiegend anhand von Fachliteratur und Kursen aneignete.

Kurz vor dem Umzug zurück nach Deutschland kaufte ich kurzerhand noch eine Longarm Quiltmaschine, die mit in den Container gepackt wurde.

So eine Maschine hat den Wert eines mittleren Kleinwagens, sie nimmt platzmäßig ein großes Zimmer ein. Mit ihr lassen sich große und auch kleine Stofflagen mit Steppmustern zusammenfügen.

Ich war 2004 unter den ersten, die mit so einer Maschine in Deutschland angefangen haben und wir waren auf uns allein gestellt. „Learning by doing“ war wieder angesagt.

Das Longarmquilten steckte in den Kinderschuhen und wir leisteten Pionierarbeit um die Akzeptanz  für das Bearbeiten mit der Maschine salonfähig zu machen.

Bis dato wurden Patchworkarbeiten überwiegend von Hand gesteppt. Heute stelle  ich für Kunden Geschenke für Hochzeiten, Geburtstage oder Quilts für den eigenen Bedarf fertig.

Wenn es etwas Besonderes sein soll oder einfach die Zeit fehlt, helfe ich weiter.

Ich habe mittlerweile zwei Maschinen und leite Interessierte an, die sich ihre Patchworkarbeit selber an der Longarm quilten möchten.

Ich  bin dankbar, in so einem kreativen Bereich tätig sein zu dürfen. Es gibt so viele Inspirationen, Herausforderungen für neue Experimente.

Was bringt die Zukunft? Vielleicht ein Kunststudium? Eine Fortbildung für Trauerbegleitung? Eine Yoga Ausbildung?

Auf jeden Fall aber einen angemessenen Schwerpunkt auf Ausstellungen mit eigenen Werken, um meinen Beitrag zu leisten, Textil-Kunst in der Kunstwelt zu etablieren.

Bei der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag der Stadt Remscheid haben wir als Weiberwirtschaft dieses Jahr nicht nur teilgenommen, sondern auch mit eigenen Programmpunkten mitgewirkt. Wir durften das Programm eröffnen und haben dies gerne recht lautstark getan.

Unter der fachkundigen Anleitung von Christine Thomssen-Betz hatten wir 2 Trommelstücke einstudiert und, obwohl wir fast alle Novizinnen an den Trommeln waren, nahezu fehlerfrei aufgeführt. Aber um Fehler ging es auch gar nicht… es ging um sehr viel Spaß, es ging darum lautstark zu sein und es ging darum sich etwas zu trauen.

Danach haben wir mit einem kleinen, frauenbewegten Film auf den Weltfrauentag eingestimmt. In etwas mehr als 5 Minuten erzählen wir darin, wo wir als Frauen in Bezug auf Gleichstellung herkommen, was wir schon erreicht haben und was es noch zu erreichen gilt.

Dass Computer oder gar das Internet einmal mein Steckenpferd werden könnten, war zur Zeit meiner Berufswahl vollkommen unabsehbar. Das Internet in seiner heutigen Form musste erst erfunden werden, Computer waren etwas womit sich nerdige Jungs befassten, aber keine coolen, politisch engagierten Mädchen. Ich habe lange Zeit ein „weiche von mir, Satan“ gezischt, wenn mir jemand von Computern erzählte.

Mit Anfang 20 hatte ich meine kleine politische Karriere hinter mir gelassen und arbeitete als selbstständige Vermögensberaterin in einem Gemeinschaftsbüro in Kaiserslautern… meiner Heimatstadt. Das Finanzthema hat mich sehr interessiert und es war quasi meine erste Erfahrung damit, dass ich vollkommen anders lerne, wenn ich für ein Thema brenne. Im Gegensatz zum Zwangslernen in der Schule wollte ich Tag und Nacht Informationen sammeln, aufsaugen und in der Realität etwas damit tun.

Das war Ende der 80er und an Internet oder Google war damals noch nicht zu denken. Zu dieser Zeit bekamen wir im Gemeinschaftsbüro einen PC, mit einem Betriebssystem, welches heute gar nicht mehr existiert und dieser PC nahm 1x am Tag automatisiert eine Datenverbindung zum Mutterkonzern auf, um Aktualisierungen einzuspielen. Das war damals pure Science Fiction für mich, aber ich musste mich wohl oder übel mit dem Ding auseinandersetzen. An dieser Stelle könnte man schreiben „der Rest ist Geschichte“, 🙂 denn als ich einmal begriffen hatte, dass Computer nicht nur Spielzeuge, sondern vor allem ziemlich universelle Werkzeuge sind, war ich nicht mehr aufzuhalten.

In den 90ern war aus meinem Hobby eine Leidenschaft geworden und mir wurde klar, dass ich auch im Computerbereich und im sich gerade entwickelnden Onlinebereich arbeiten wollte. Ich hatte eine Weile über ein Studium nachgedacht, aber die Studiengänge, die es heute im Medienbereich gibt, existierten noch nicht und die pure Informatik interessierte mich herzlich wenig.

Im damals strukturschwachen Kaiserslautern mit Uni-Standort für Informatik gab es zwischen Studentenjob und Hochglanzagentur keine Arbeit und so habe ich mich in den Großraum Köln orientiert und bin umgezogen. Nach circa 5 Jahren im Angestelltenverhältnis habe ich mich wieder selbstständig gemacht und bin es bis heute.

Zunächst habe ich vor allem PC-Service (Hardware, Software, Support) angeboten und arbeitete noch auf Rechnung für meinen alten Arbeitgeber. Später kamen – mit der Gründung einer GbR – die ersten Internetseiten und Schulungen dazu. Kürzlich habe ich meine allererste, selbst erstellte Internetseite wieder ausgegraben… sie stammt aus dem Jahr 2001. Das hat mich selbst erstaunt. LoL

Seit 2008 bin ich wieder als Einzelunternehmerin unterwegs. Ich konzentriere mich auf die Erstellung von Internetseiten, Suchmaschinenoptimierung und Internetmarketing für Kunden und eigene Projekte. Ich arbeite am liebsten mit kleinen bis mittleren Unternehmen und mein Ziel ist immer eine lange Zusammenarbeit, um an Online-Strategien mitzuwirken und auch an deren unternehmerischem Erfolg teilhaben zu können.

Auch wenn sich in meiner Arbeit sehr viel um Kreativität dreht (Webseiten, Fotografie, Video, Gestaltung von Online- und Printmedien, etc.), begreife ich mich nicht als Designerin. Ich bin eine Handwerkerin, eine Netzwerkerin, eine Ideenfinderin und eine Ideenumsetzerin.

In eine Großfamilie und christliche Gemeinschaft hinein geboren, wurde mir der Umgang mit Menschen quasi in die Wiege gelegt. Einige Schicksalsschläge haben mich bereits in meiner frühen Kindheit dazu gebracht, mich auf selbständige und eigenverantwortliche Füße zu stellen. Trotz aller Widrigkeiten und unmenschlichen Erfahrungen  hatte ich stets ein großes Interesse daran, mich mit  meinen Mitmenschen und meinem sozialen Umfeld auseinanderzusetzen. Positive innere Bilder konnte ich entstehen lassen und habe daraus Kraft und Mut geschöpft.

Mit 17 Jahren spielte ich bereits seit einigen Jahren erfolgreich Basketball und stand Modell für Katalogwerbung im Bereich Strumpfhosen. Nach der Pflichtschulzeit begann ich eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, die ich wegen eines folgeschweren Unfalls abbrechen musste. Ebenfalls konnte ich kein Basketball mehr spielen und auch das Modellstehen musste ich aufhören.

Belohnt für all die Verzichte, fühlte ich mich durch die Geburten meiner 5 Kinder. Ein Geschenk, welches für mich noch heute den größten Reichtum bedeutet. Während der Jahre als Mutter habe ich in Teilzeit vor allem in Kindergärten als pädagogische Ersatzkraft gearbeitet und so die pädagogische Arbeit mit Kindern kennen gelernt. Das kunst-, musik- und theaterpädagogische Arbeiten war mir in besonderer Weise immer sehr wichtig und es zeichnete mich in meiner Arbeit aus. Ein paar Jahre arbeitete ich im Geburtshaus „Die Oase“ in Wuppertal als gute Fee des Hauses. Dort war ich für die administrativen Aufgaben zuständig und durfte auch hier viele hilfreiche Erfahrungen für mein weiteres Leben sammeln.

Mit 34 Jahren habe ich dann die Ausbildung zur Erzieherin absolviert, um mich in der Arbeit mit Kindern auf professionelle Füße zu stellen. Während meiner Ausbildung bin ich zu einer Müttergenesungskur gefahren. Dort habe ich angefangen meine Schicksalsschläge mittels der Malerei zu verarbeiten. Die Malerei diente mir in den Folgejahren bis heute stets als Ausdrucksmittel für meine Gefühlswelt, meine Eindrücke und Erlebnisse. Das außergewöhnliche Erleben von Farben wenn ich z.B. Töne gehört habe oder einen Raum betrat hat mich immer begleitet und meine Welt um ein vielfaches bereichert. Heute weiß ich, dass ich Synästhetikerin bin 🙂 .

Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin, habe ich an einer freien Kunstakademie den Beruf der bildenden Künstlerin erlernt und noch während der Ausbildung die Kunstwerkstatt „Rhythm&Arts, Werkstatt für Tanz, Theater, Kunst und Musik“ als nebenberufliche Selbstständigkeit gegründet. Hauptberuflich habe ich schnell leitende Positionen übernommen und dadurch weitere wertvolle Erfahrungen gesammelt. Tolle Jobs als bildende Künstlerin, der Verkauf meiner Bilder, Auftragsarbeiten, die Kurse in meinem Atelier und die pädagogische Arbeit mit Kindern trieben mich immer weiter vorwärts, sodass ich entschied meine erlernten Berufe unter einem Dach zu vereinen und mich ganz auf selbständige Füße zu stellen. Ich gründete mit meiner Tochter zusammen „Ein Haus für Kinder“, in dem wir am Vormittag U3 Kinder betreuen und am Nachmittag Kunstkurse anbieten.

In diesem Jahr habe ich nach vier langen und anstrengenden Jahren mein Studium zur Kunsttherapeutin beendet. Ich arbeite in diesem Bereich bereits mit Kindern und Senioren und freue mich, auch diesen Beruf in unserem kleinen Unternehmen ausüben zu können.

Gestern Abend haben wir in der Weiberwirtschaft den Vortrag „Bilder aus der Seele – Wirkfaktoren der Kunsttherapie“ von Christine Thomssen-Betz gehört.  Auf den ersten Blick ist das kein Business-Thema, außer vielleicht für die vortragende Kunsttherapeutin. Der „zweite Blick“ ist aber durchaus lohnenswert… ganz persönlich und AUCH fürs Business.

Christine stellte in ihrem Vortrag die theoretischen Grundlagen der kunsttherapeutischen Arbeit vor, die Herangehensweisen, die Betrachtungsweisen und erweckte diese, anhand tatsächlicher Beispiele und einer kleinen Ausstellung von Bildern, auf sehr anschauliche und nachvollziehbare Weise zum Leben.

Auch ein Ausflug in ihre wissenschaftliche Arbeit, bei dem man vielleicht an einen knochentrockenen, mit Fachbegriffen gespickten Frontalvortrag denken mag, hat sie mit ganz praktischen Anwendungsbeispielen sehr elegant ins Irdische geholt. Zudem hatte der Abend auch Workshopcharakter, denn es gab eine große Auswahl Malwerkzeuge und Farben und wir haben alle eine in drei Schritte unterteilte, kleine Übung „mitgemalt“, die auch im Anschluss kurz betrachtet und besprochen wurde.

Die Brücke zwischen Theorie und Praxis hat der Vortrag mit Leichtigkeit geschlagen… und hat damit die Kunsttherapie für „uns Laien“ wunderbar
greifbar und nachvollziehbar gemacht. Die eigene Beteiligung, das „am eigenen Leib erfahren“ bei der Übung, hat zusätzlich geholfen – vielleicht vorhandene – Hemmschwellen zu beseitigen und das Potential deutlich aufzuzeigen, das in der Kunsttherapie liegt. Potential sehe ich darin für jede Einzelne ganz persönlich aber auch für Dynamiken in Gruppen… was den Bogen zum Business wieder schließt.

Danke an Christine für diesen horizonterweiternden und kurzweiligen Abend.

Welche Bildsprache können Menschen uns zeigen? Welche Vorstellungskraft besitzen Menschen? Welche inneren Bilder beflügeln unsere Phantasie und wie können wir diese inneren Bilder kunsttherapeutisch nutzen, um Menschen in besonderen Lebenssituationen begleitend zu helfen? Welche Faktoren arbeiten in der aktiven Gestaltung, dass sie heilend, genesend oder fördernd  auf uns wirken können?

Jeder Mensch ist ein Künstler und bringt über sein Schaffen und sein Werk Gedanken und Gefühle zum Ausdruck.

In meinem Vortrag möchte ich die Wirkfaktoren der Kunsttherapie beleuchten  und die Herangehensweise eines  kunsttherapeutischen Settings  vorstellen. In einer anschließenden Diskussionsrunde können wir unsere Gedanken und Erfahrungen dazu austauschen.


Am 25.09.2019

ab ca.  19.30h, im Schützenhaus RS
Referentin: Christine Thomssen-Betz
Im Anschluss Diskussion und freies Netzwerken

Ich hatte großes Glück in meinem Leben…
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Familie geboren zu sein, sodass ich große Freiheit hatte mein Leben so zu leben wie ich es lebe, sowohl beruflich wie auch privat.
Mein beruflicher Werdegang hat sich schon früh abgezeichnet, beide Elternteile sind Heilpraktiker, mein Opa war Arzt, und wir hatten die Praxis im Haus. So wurde ich mit Medizin groß und hatte von klein auf Interesse daran.

Da man ja die Heilpraktiker-Prüfung erst mit 25 Jahren machen kann, stellte sich die Frage – was mache ich, nach dem Fachabitur für Sozialpädagogik vor der Ausbildung zur Heilpraktikerin? Eventuell Arzthelferin, war eine Idee……. Nachdem meine Mutter mit einem älteren Arzt telefoniert hatte, um für mich nach einem Ausbildungsplatz zu fragen, sagte er:“ Warum macht ihre Tochter keine Krankenpflegeausbildung, da kann sie dann später mehr mit anfangen“. Das war eine gute Idee!

Gesagt-getan:
Es kam die Zusage für einen Ausbildungsplatz vom Marien-Hospital in Düsseldorf. Dort genoss ich eine ausgesprochen gute Ausbildung, auch mit Einsatz auf der Intensivstation, und ich schloss die Ausbildung als Beste ab.

Danach arbeitete ich viele Jahre in Remscheid-Lennep und Köln auf Intensivstationen und in der Anästhesie, und absolvierte eine weitere Ausbildung in diesem Bereich.

Dann kam der Zeitpunkt, und ich ging zur Heilpraktikerschule, denn das war ja von klein auf mein Traumberuf: Heilpraktikerin!!!!!
Am 15.09.1999 bestand ich die Prüfung zur Heilpraktikerin am Gesundheitsamt Köln.
Die vorhergehenden Qualifikationen im Gesundheitswesen waren sehr hilfreich auf diesem Weg, des medizinischen Wissens halber, aber auch der Umgang mit kranken Menschen.

Die Wissbegierde ist bis heute geblieben.
Ich habe überlegt, wo ich mich in unserer Praxis platzieren kann, denn meine Eltern arbeiten nach wie vor mit in der Praxis. Ich brauchte etwas Eigenes, das nur ich in der Praxis anbiete. Und so kamen 2002 die Osteopathie und 2010 Ortho-Bionomy® in mein Leben. Das heißt, die Arbeit am und mit dem Bewegungsapparat ist zu meiner Passion geworden.

Ich liebe diesen Beruf, weil er sehr vielfältig ist und es im Bereich der Naturheilkunde auch immer wieder neue Erkenntnisse gibt.
Ich könnte jetzt noch Stunden weiterschreiben …..

Man hätte meinen können am Rande der Sahara zu wohnen, als das diesjährige Sommerfest der Weiberwirtschaft Remscheid e.V.  angesagt war. Doch die wieder einmal beachtliche Teilnehmerzahl der Frauen zeigte deutlich, wie groß der Zusammenhalt, und wie wichtig auch gemeinsames Feiern ist. Was bedeuten da schon Hitzerekorde und schwitzen, schwitzen, schwitzen…

Das diesjährige Sommerfest am 24. Juli fand im blumengeschmückten Event-Zelt von Horst Schmitz im Restaurant Uelfetal in Radevormwald statt. Bei tropischen Temperaturen war ein leckeres Grillbuffet vorbereitet, Wasser war bei diesen Temperaturen natürlich das gefragteste Getränk.

Aber bevor es zu den kulinarischen Genüssen ging, war ein kleiner Spaziergang zum traditionellen Hexentanzplatz in Ober-Önkfeld angesagt. Mit Wasserflaschen bewaffnet und der Hoffnung auf einen möglichst kurzen Weg ging es dann bergauf zum Hexentanzplatz. Auf der Lichtung angekommen erzählte Ingrid Jentjens Interessantes, und bewusst nicht zu viel Schauriges, über 300 Jahre Hexenverfolgung, auch im Bergischen Land. Fast alle Frauen und auch viele Männer waren der Willkür der Denunzierung ausgeliefert. Ein Schluck Sekt auf die heutige Zeit rundete den Spaziergang ab, ja und dann, oh Schreck, trat eine Hexe aus dem Gebüsch und alle waren erst mal baff.

Ja, die Hexe Ilsebill hatte viel zu erzählen über ihr Schicksal und ihr Ungemach. Im Gepäck hatte sie Hexenlikör, Hexensenf, Kräuter und einen Losungsspruch, der sie von ihrem Zauber befreite. Zusammen ging es dann wieder bergab ins Uelfetal, wo es schon lecker nach Gegrilltem roch, und das einladende Event-Zelt auf uns wartete.

Später am Abend hatte Kunsttherapeutin Christine Thomssen ein interessantes Kunstprojekt vorbereitet. Es war so schön zu sehen, wie begeistert sich alle auf die Malutensilien stürzten. Aus vielen Puzzle-Einzelteilen, die von den Frauen individuell mit Acrylfarbe bemalt wurden,  entstand ein Kunstwerk, das sich sehen lassen kann. Mittendrin  das Löwinnen-Logo der Weiberwirtschaft Remscheid e.V. Auch der soziale Aspekt kam nicht zu kurz. Es wurde gespendet für das von Christine Thomssen begleitete Projekt für den Verein NoG  (Naturheilpraxis ohne Grenzen) für sozial benachteiligte Kinder, die auf Grund von Flucht,- oder Gewalterfahrungen eine therapeutische Begleitung benötigen.

Als es dann richtig dunkel war, wurde bei Discomusik mit Lichteffekten getanzt. Ute Keller vom Vorstand der Weiberwirtschaft Remscheid e.V. spielte die DJane und verwöhnte mit Ohrwürmern. Es wurde ausgelassen und barfuß getanzt, und man war sich mal wieder einig: Oh, war das schön… gut das es ein Nächstesmal gibt!

…warum bin ich Innenarchitektin?

Schon als Kind habe ich mit Legosteinen Zimmer und Häuser gebaut, leider fehlten mir da immer schon Steine für meine Ideen.

Als mir dann in der Oberstufe meine Kunstlehrerin Frau Rust mit Ihren silbrig-grünen Haaren empfahl, mich mal nach Innen- architektur zu erkundigen, war alles klar.

Praktikum gemacht bei Architekt Arns hier in Remscheid, studiert -etwas zu lange nach dem Empfinden meines Vaters-, dann erstmal in der Zeitarbeit als Personal – Sachbearbeiterin in Krefeld gearbeitet, bevor ich bei einem Messebauer (bei dem ich gelernt habe, wie man es NICHT machen sollte) Arbeit fand, weil ich die Eintragung in die Architektenkammer haben wollte.

Als dann eines Tages ein netter, junger Mann anfing dort für seine Umschulung zu arbeiten, war auch das klar…

Als die Firma, bei der wir angestellt waren, Pleite ging – was abzusehen war -, haben wir uns gesagt: „…das können wir auch alleine“ und haben angefangen, vor genau 30 Jahren !! mit nichts als Schulden !!

…warum bin ich Messebauerin?

Als Kind einer Unternehmer-,  Architekten- + Ingenieursfamilie hatte ich durch die Gene gar keine Chance etwas anderes zu werden.

Wir gründeten zuerst die Planungsfirma und hofften mit fremden Messebauern unsere Ideen zu verwirklichen, was nicht funktionierte und so fingen wir an, eigenes Material zu kaufen.

Wenn man einmal anfängt Material zu kaufen, fehlt immer irgendetwas und so wuchs der Materialbestand und der Maschinen Park so an, dass wir vor 3 Jahren eine Halle bauen mussten. Kommt uns gerne in Hückeswagen besuchen

…warum bin ich im Direktvertrieb?

Ganz einfache Antwort: …ich habe immer schon gerne gezündelt…und zum Ausgleich…

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