Konfliktmanagement und Mediation

Am 23.02.2011 referierte Astrid Vornmoor, Unternehmensberaterin und Mediatorin aus Remscheid, zum Thema „Konfliktmanagement und Mediation“

Der Begriff „Mediation“ kommt aus dem Englischen und heißt „Vermittlung“. Die Mediatorin oder der Mediator vermitteln aber nicht in der Funktion eines Schlichters oder Richters, sondern indem sie die Konfliktparteien dabei unterstützten, eine für sie passende Lösung für ihren Konflikt zu entwickeln.

Insofern unterscheidet sich die Mediation deutlich vom Gerichtsverfahren, in dem die Konfliktparteien von Anwälten vertreten sind und letztlich ein Richter die Entscheidung über den Konflikt fällt. Auch wenn sich die Konfliktparteien im Verlauf einer Mediation rechtlich durch Anwälte oder Notare beraten lassen sollten, entscheiden sie letztlich selbst, welche Lösung die für ihren Konflikt passende ist. Das ist die große Chance der Mediation, die in vielen Fällen mittelfristig tragfähigere Lösungen zuwege bringt, als eine gerichtliche Entscheidung.
Bei der Mediation wendet Astrid Vornmoor als Mediatorin, – allein oder zu zweit in Co-Mediation mit Notar und Mediator Andreas Schmitz-Vornmoor – , eine vorgegebene Verfahrensstruktur an. Diese gliedert sich in fünf Phasen, die während der Mediation durchlaufen werden. Im Verlauf einer Mediation wird der Konflikt so thematisch fixiert und anschließend in den Kontext der Interessen der Beteiligten gestellt. Die Konfliktparteien erfahren durch die Unterstützung der Mediatoren in einem geschützten Raum und durch die Gewährleistung von Vertraulichkeit und eines fairen Umgangs miteinander, dass sich ihre Handlungsspielräume vergrößern. Es ergeben sich so häufig Lösungsoptionen, die vor der Mediation noch nicht im Blick der Konfliktparteien waren.
Im Verlauf ihres Vortrags hat Astrid Vornmoor einen typischen Konflikt am Arbeitsplatz mit Hilfe des Mediationsverfahrens erläutert und anschließend auch auf Anwendungsbereiche mediativer Techniken im Kundenkontakt hingewiesen. Dabei wurde deutlich, dass Verständigung im Konflikt nur möglich ist, wenn es gelingt, von den entgegengesetzten Positionen der Streitenden wegzukommen und die dahinter verborgenen Interessen und Bedürfnisse der Konfliktparteien empathisch zu benennen.
Mediationen können zur Konfliktvermittlung in allen gesellschaftlichen Bereichen angewandt werden, überall dort, wo sich Positionen der Konfliktparteien scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen. So z.B. im Familienbereich, bei Erbschaftsangelegenheiten, bei Konflikten zwischen Paaren oder bei Trennung und Scheidung. In der Wirtschaft bei Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern oder bei der Unternehmensnachfolge. Am Arbeitsplatz zwischen Beschäftigten innerhalb eines Teams oder zwischen Teams und Abteilungen. In der Schule, zwischen LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern. In Verbänden und Vereinen oder in der Nachbarschaft. Konflikte müssen nicht nur negativ sein, sondern können – mit der strukturierenden Unterstützung eines Mediators oder einer Mediatorin – die Tür zu neuen Lösungen und Wegen der Verständigung öffnen.

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